Ausflug Flandern Rundfahrt

Zum Glück hatte es nicht noch mehr und aufwärts sind sie am besten zu ertragen. Dies als Fazit zu den bekannten Pflastersteinen der Flandernrundfahrt. Wir waren dort und konnten einen grossen Teil des Klassikers am Samstag, einen Tag vor den Profis, abspuhlen. 237 Kilometer war die grosse Strecke, welche wir zu viert um sieben Uhr in der Früh mit tausenden Anderen in Angriff genommen haben. Es war noch dunkel in Antwerpen, circa 10° C und die Regenwahrscheinlichkeit wurde tief eingeschätzt. Doch nach fünf Minuten machten wir Bekanntschaft mit der kleinen Wahrscheinlichkeit und so waren wir in kürze ziemlich nass und bereuten, den Regenschutz zurückgelassen zu haben.

Durch die vielen Mitfahrer und die flache Strecke waren die Kilometer schnell überwunden, bis es das erste Mal über die Pflastersteine ging und ab da an immer wieder. Es war immer ein gutes Gefühl einen solchen Streckenabschnitt hinter sich gelassen zu haben, obwohl die Zuschauer auf diesen Strecken alles gaben, um die Fahrer zu motivieren und zu unterhalten.

Im Ziel hatte man die Waffeln und Honigkuchen satt und wandelte völlig zerstört aber zufrieden auf der Suche nach Essbarem zwischen den Zelten in der Zielumgebung umher. Die sechs Kilometer bis zum Hotel waren nicht sehr verlockend aber mit Aussicht auf eine Dusche und ein Bett waren auch diese überwindbar.

Wir waren im Hotel Moriaanshofd einquartiert, von wo aus wir unsere Unternehmungen starteten. Es wurde uns als gutes Radlerhotel empfohlen und so teilten wir uns die Anlage mal mit BMC und mal mit Quickstep.

Nach einem super Frühstück machten wir uns am Sonntag auf den Weg das Renngeschehen der Ronde van Vlanderen zu verfolgen. Bei schönstem Wetter kam man mit dem Fahrrad am besten zu den guten Schauplätzen des Radrennens. Ein wahres Volksfest war dieser Event. Unendlich Leute, gute Musik und super Pommesbuden standen an den bekannten Streckenabschnitten. Das Renngeschehen verfolgten wir auf den Grossleinwänden und sobald sich die Fahrer dem Kwaremont näherten, erkämpften wir uns möglichst gute Plätze, um wenigstens 

den Fahrtwind des Feldes zu spüren. Das Renngeschehen war spannend. Leider stürzte Sagan mit Avermaert in den letzten 50 Kilometer des Rennens etwa 30 Meter von uns entfernt und die Chance den Einzelfahrer an der Spitze einzuholen verflog wegen eines achtlos hingehängten Pullovers. Dadurch war die Spannung ziemlich gesunken und Gilbert holte sich den Sieg nach einsamen 50 Kilometer. Das Renngeschehen war vorbei und wir machten uns mit den Fahrrädern über die Holpersteine nach Hause zu unserem Hotel - und hoffentlich zu einem guten, grossen Essen.

Zum Abendessen gingen wir nach Oudenaarde und danach noch ein bisschen feiern. Mit gutem Bier und guter alter Musik feierten wir den Erfolg des Wochenendes und des Klassikers. Auch Paolo Pettini war am Feiern und liess sich freundlich, mit den ihn erkennenden Fans, ablichten.

Auf der Heimreise am Montag ging der Weg über Luxembourg in die Schweiz. Eine gute Gelegenheit beim Velogeschäft von Andy Schleck vorbeizuschauen. Nach einigen Fotos mit ihm waren wir aber rasch wieder auf der Autobahn und bretterten nach Hause. Bereuend, dass wir nicht mehr Zeit hatten, die Fahrtstrecke mit dem Rad zu bewältigen.

Lukas Allemann