Jonathan an den Weltmeisterschaften in Innsbruck


Am Dienstag 24.09.2018 bin ich von Romanshorn aus, in Richtung Innsbruck gefahren. Mit dem Zug fuhr ich nach Buchs und stiess dort zur Mannschaft dazu. Wir, die Junioren und Juniorinnen, fuhren also mit dem Zug nach Innsbruck und wurden dort schon vom Trainer der Juniorinnen erwartet. Im Hotel, welches in der Nähe von Schwaz lag, assen wir das Mittagessen, begrüssten die bereits anwesenden Fahrer, die gerade das Zeitfahren absolviert hatten und gingen danach schon auf eine erste Streckenbesichtigung. Wir sahen uns die Anfahrt auf den ersten wichtigen Punkt an: dem Gnadenberg. Mit Steigungen bis zu 14% kamen wir bereits im Training richtig ins Schwitzen. Im Hotel bekamen wir noch eine Massage und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor.

Am Mittwoch ging es bereits um 9:15 Uhr auf den Olympia Rundkurs in Innsbruck. Was für ein Gefühl. Bereits am Tag vor dem Rennen, war die Strecke für uns von 9:00 bis 11:00 Uhr gesperrt, damit wir darauf trainieren konnten. Schon am Tag vor dem Rennen erreichten wir in der Abfahrt Geschwindigkeiten von 80 km/h. Am Nachmittag ging es dann an die Juniors Conference, wo wir über die Regeln und über vieles mehr unterrichtet wurden.


Am Donnerstag kam dann der Tag der Entscheidung. Wir hatten den Start erst um 14:40 Uhr, deshalb konnten wir am Morgen noch etwas im Bett gemütlich das Rennen der Juniorinnen ansehen. Mittagessen gab es bereits um 11:00 Uhr, damit hatten wir genug Zeit, das Essen zu verdauen. Um ca. 12:15 Uhr ging es dann in Richtung Start nach Kufstein. Die Vorfreude war kaum zu übertreffen. Am Start selbst gab es noch eine sehr coole Überraschung: wir konnten uns im Team Car des World Tour Teams Groupama FDJ vorbereiten. Was für eine Erfahrung.

Um 14:00 gingen wir dann mit den Fahrrädern in Richtung Startgelände. Nach der Teampräsentation und der Kontrolle der Gänge, standen wir also am Start. Die Minuten bis zum Startschuss vergingen wie im Flug. Der Startschuss ertönte und wir machten uns auf die 132 km lange Strecke. In Kufstein hatten wir noch ca. 5 km neutralisierten Start, in dem noch die Jury vorrausfährt und das Tempo bestimmt, und schon dort gab es einen kleinen Sturz durch einen technischen Defekt.


Am Anfang des Rennens waren 60 km lang noch keine grossen Berge im Profil, und doch gab es einige, die mit den Hügeln schon Mühe hatten. Nach 30 km gab es dann einen Massensturz mit ca. 60 Personen. Ich war vor dem Sturz und hatte so nichts damit zu tun, aber zwei von meinen Teamkollegen, Simon Imboden und unserem Kapitän Alexandre Balmer, hatten nicht so viel Glück. Alexandre konnte sich zum Glück einen Weg durch das Getümmel suchen und war schnell wieder im Feld, doch Simon kämpfte 30 km lang um den Anschluss zu finden. Nach 60 km dann erneut einen Massensturz, indem Ruben Eggenberg und ich leider involviert waren. Unser Kapitän wurde nicht zu Boden geworfen und konnte weiterfahren.
Der grosse Favorit des ganzen Rennens, Remco Evenepoel, musste bei diesem Sturz ein Rad wechseln und geriet so in grosse Rücklage. Ich setzte mich wieder auf mein Fahrrad, welches jetzt einen schrägen Steuersatz, ein krummes Zahnrad vorne und einen kaputten Bidonhalter hatte und fuhr die erste grosse Prüfung hinauf: den Gnadenberg. In der Verfolgung der Spitzengruppe, kam ich oben an und kurz vor dem Ort Gnadenwald stiess auch Remco Evenepoel zu meiner Gruppe dazu. Remco fuhr mit allen Mitteln, um die Spitzengruppe wieder einzuholen, und so kam es, dass wir wieder auf die Spitze auffahren konnten. Wir gingen also nun mit zwei Schweizern auf den Olympia Kurs von Innsbruck. Die Belgier zogen dann das Tempo an und fuhren sehr schnell in den Berg im Olympiakurs, welcher 7,9 km lang war. Sie suchten die Entscheidung bereits in der ersten von zwei Runden.

 Nach ca. 5 km griff ein Amerikaner mit Remco an und ich konnte dem Tempo der beiden nicht mehr folgen. Ich fuhr meinen Rhythmus und schloss wieder auf eine Gruppe auf, mit der ich dann ins Ziel kam. Unser Kapitän, Alexandre, konnte aber folgen und blieb im Feld hinter dem Spitzenduo mit Evenepoel und dem Deutschen Maierhofer. In der letzten Runde griff Alexandre mit einem Italiener an und verfolgte den Deutschen. Es reichte knapp nicht für eine Medaille und die Enttäuschung über den vierten Rang bei ihm war gross. Ich beendete das Rennen auf Platz 19.